Die KI-Parallele: Strategische Weichenstellung 2024
- Das Muster wiederholt sich
- Die 14-Milliarden-Euro-Lektion aus der Automobilindustrie
- Die KI-Parallele: Strategische Weichenstellung 2024
- Warum "die Experten" noch keine Antworten haben
- Was KI-Kompetenz wirklich bedeutet
- Die entscheidende Frage: Angeln beibringen oder für dich angeln?
- Der Montagmorgen-Aktionsplan
- Fazit: Das Zeitfenster schließt sich
Gerade jetzt machen Unternehmen mit KI genau das, was VW mit Software gemacht hat.
Sie behandeln KI als Lieferanten-Problem. Sie warten darauf, dass Systemintegratoren KI-Fähigkeiten für sie aufbauen. Sie beauftragen McKinsey, eine "KI-Strategie"-Präsentation zu schreiben. Sie holen Accenture für die Implementierung von KI-Lösungen. Sie lagern das Denken aus, bevor sie verstehen, worüber sie überhaupt nachdenken.
Dieses Muster ist nicht auf die Automobilindustrie beschränkt. Wir sehen es im Einzelhandel, bei Finanzdienstleistungen, in der Fertigung und darüber hinaus. Dieselben Unternehmen, die die letzten zwei Jahrzehnte damit verbracht haben, bei Software aufzuholen, treffen jetzt dieselbe Entscheidung bei KI.
Die Logik fühlt sich sicher an: KI ist unsicher, komplex und verändert sich schnell. Besser, die Experten damit beauftragen. Dafür sind Berater doch da, oder?
Hier ist das Problem: Es gibt noch keine Experten. KI in ihrer aktuellen Form ist drei Jahre alt. Large Language Models wurden Ende 2022 zum Mainstream. Agentic AI ist noch jünger. Die Berater, die sich als Experten positionieren, haben vielleicht sechs Monate mehr Erfahrung als du. Sie lernen auf deine Kosten.
Das Sprichwort passt perfekt: "Im Land der Blinden ist der Einäugige König." Genau das machen Systemintegratoren gerade. Sie positionieren sich als Experten in einem Bereich, in dem noch niemand die Meisterschaft erlangt hat.
Und genau wie bei Software liegt das eigentliche Risiko nicht darin, bei einer bestimmten Technologie ins Hintertreffen zu geraten. Das Risiko ist Abhängigkeit. Sobald du KI-Strategie und -Implementierung auslagerst, schaffst du eine strukturelle Lücke. Deine Mitarbeiter hören auf zu lernen. Deine Organisation baut nicht mehr das Muskelgedächtnis auf, um zu experimentieren, zu scheitern, zu iterieren und sich zu verbessern. Du wirst abhängig von externen Partnern, die Entscheidungen über dein Kerngeschäft treffen.
Schlimmer noch: Du baust keine KI-Kompetenz in deiner Belegschaft auf. Und KI-Kompetenz ist grundlegend – wie Lesen lernen oder den Umgang mit Microsoft Office. Es ist keine spezialisierte technische Fähigkeit. Es ist eine Basiskompetenz, die jeder Mitarbeiter braucht, um seine Arbeit besser, schneller und effektiver zu erledigen.
Das ist die KI-Abhängigkeitsfalle. Und sie schnappt gerade jetzt zu, in Echtzeit, branchenübergreifend.