Der Montagmorgen-Aktionsplan

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Sohrab Salimi
14.01.26
2 Min. Lesezeit

Wenn du überzeugt bist, dass interne KI-Kompetenz wichtig ist, dann beginne am Montag damit:

1. Die Tools freischalten

Gib jedem Mitarbeiter Zugang zu KI. Kauf Claude Pro, ChatGPT Plus oder beides. Mach es zum Standard, nicht zum Privileg. Setz klare Datenrichtlinien (keine Kunden-PII, keine vertraulichen Finanzdaten), aber lass die Leute ansonsten KI frei nutzen.

Kosten: 20-30 € pro Monat pro Person. Für eine Organisation mit 1.000 Mitarbeitern sind das 20.000-30.000 € pro Monat – weniger als die Kosten eines mittelständischen Beraters.

Warum das wichtig ist: Menschen können nicht lernen, KI zu nutzen, wenn sie keinen Zugang haben. Die meisten Organisationen haben so viel Angst vor KI-Tools, dass sie diese komplett blockieren. Das ist, als hätte man E-Mail 1995 verboten, weil "es unsicher sein könnte". Es garantiert, dass deine Leute zurückfallen. Ja, das erfordert klare Datenrichtlinien. Nein, das sollte keine Monate dauern. Das Risiko des Wartens übersteigt das Risiko unvollkommener Anfangsrichtlinien, die sich durch die Nutzung verbessern.

2. Die Fähigkeiten aufbauen

KI-Kompetenz passiert nicht von selbst. Du brauchst strukturiertes Lernen. Das bedeutet Training – keine einmaligen Workshops, sondern kontinuierliche Kompetenzentwicklung in:

  • Prompting-Techniken (wie man bessere Ergebnisse von KI bekommt)
  • Context Engineering (wie man KI die richtigen Informationen gibt)
  • Aufbau und Nutzung von KI-Agenten (wie man Workflows automatisiert)

Das muss nicht teuer sein. Beginne mit internen Lunch-and-Learns. Bitte Leute, die KI bereits gut nutzen, zu teilen, was sie gelernt haben. Schaffe Sprechstunden, in denen Fragen beantwortet werden. Baue Communities auf, in denen Experimentieren gefördert wird. Hole externe Trainer, wenn nötig, aber fokussiere auf praktisches, hands-on Lernen.

3. Auf echte Arbeit anwenden

Der beste Weg, KI zu lernen, ist sie bei echten Projekten einzusetzen – keine Sandbox-Experimente oder Hackathons, sondern echte Arbeit, die zählt.

Gib deinen Teams Herausforderungen:

  • "Nutzt KI, um die Zeit für das Onboarding neuer Kunden zu reduzieren"
  • "Nutzt KI-Agenten, um unseren monatlichen Berichtsprozess zu automatisieren"
  • "Entwickelt drei Wege, wie KI das Kundenerlebnis verbessern könnte"

Keine Hackathons. Kein Innovationstheater. Echte Projekte mit echten Deadlines, die echte Probleme lösen. Das Lernen kommt durch die Nutzung von KI dort, wo es zählt, schnelles Scheitern und Anpassen.

Dann schaffe Raum für Experimente. Lass Leute Dinge ausprobieren, scheitern und iterieren. Feiere Lernen, nicht nur Erfolg. So multipliziert sich Kompetenz. Menschen lernen durch Tun. Sie teilen, was funktioniert. Best Practices entstehen. Und mit der Zeit wird KI-Kompetenz in die Arbeitsweise deiner Organisation eingebettet.

Dieser Ansatz fühlt sich riskant an für Führungskräfte, die umfassende Change-Programme mit detaillierten Roadmaps und Stage Gates gewohnt sind. Aber das größere Risiko ist, sich langsam zu bewegen, während sich Kompetenz anderswo multipliziert.

Das Timing ist wichtig. Wir sind etwa 3 Jahre in der KI-Ära. Organisationen, die vor 12 Monaten begonnen haben, Kompetenz aufzubauen, haben einen Vorsprung. Aber er ist noch nicht uneinholbar.

In weiteren 18-24 Monaten wird die Lücke schwerer zu schließen sein. Die Organisationen, die kontinuierlich gelernt haben, werden ihre Kompetenz multipliziert haben. Sie werden schneller auf neue Entwicklungen reagieren. Sie werden bessere Entscheidungen treffen, wo KI Wert schafft. Sie werden organisatorisches Muskelgedächtnis haben, das nicht gekauft werden kann.

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Sohrab Salimi

Scrum Academy GmbH

Experte für agiles Leadership und Transformation

Sohrab Salimi ist Gründer und CEO der Agile Academy. Seit über 20 Jahren unterstützt er Führungskräfte und Organisationen weltweit – von Start-ups bis Fortune-500-Unternehmen – dabei, agiles Arbeiten in echten Unternehmenserfolg zu verwandeln. Mit seinem tiefen Wissen über agile Methoden, seiner Erfahrung als Vorstand und der Haltung eines Coaches begleitet er Teams durch Veränderung.

Als Gastgeber der Agile Insights Conversations und Übersetzer einflussreicher agiler Bücher inspiriert Sohrab neue Denkweisen und fördert kontinuierliches Lernen

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