Der Unterschied zwischen Story und Task

Was ist der Unterschied zwischen einer User Story und einem Task?

„Das ist eine einfache Frage”, dachte ich, als ich das zum ersten Mal in einem meiner Certified Scrum Master Kurse gefragt wurde. „Der Unterschied ist…”, fing ich an und bemerkte schnell, dass es doch nicht so einfach war, wie ich dachte.

Ich hatte die beiden Begriffe „User Story” und „Task” schon seit Jahren in meinen Kursen verwendet und in meinem Kopf waren es zwei ganz klar voneinander getrennte Dinge. User Stories sind im Product Backlog und Tasks werden während des Sprint Plannings festgelegt und kommen in den Sprint Backlog.

Das stimmte – jedoch war es nicht sehr hilfreich. Man könnte genauso gut sagen, „Salz ist das, was in einem Salzstreuer ist, und Pfeffer, was in eine Pfeffermühle kommt.” Natürlich sind Stories im Product Backlog und Tasks im Sprint Backlog. Aber was ist denn nun der eigentliche Unterschied?

Als mir diese Frage zum ersten Mal gestellt wurde, dachte ich kurz nach und stellte fest, dass ich wusste, was die Antwort war. An einer Story arbeitet generell mehr als eine Person. Ein Task wird normalerweise nur von einer Person bearbeitet.

Mal schauen, ob das stimmt…

Eine User Story ist grundsätzlich etwas, das für den Endnutzer erkennbar ist. Es zu entwickeln, beinhaltet meist einen Programmierer und einen Tester, vielleicht auch einen Interface Designer oder Analyst, vielleicht einen Datenbankentwickler usw.

Es wäre äußerst ungewöhnlich, wenn eine User Story von einer einzigen Person entwickelt würde. (Und wenn es so wäre, müsste diese Person mehrere dieser Rollen ausfüllen.)

Bei einem Task geht es jedoch normalerweise darum, Code zu schreiben, etwas zu designen, Versuchsdaten zu erzeugen, etwas zu automatisieren etc. All diese Dinge werden eher von einer einzigen Person erledigt.

Man kann natürlich argumentieren, dass einiges davon zu zweit erledigt werden kann bzw. sollte. Das ist allerdings nur eine Nuance meiner Unterscheidung zwischen User Stories und Tasks. Wenn man in Paaren arbeitet, ist es, wie wenn sich zwei Gehirne ein Paar Hände teilen, während sie gemeinsam eine Arbeit erledigen. Das ist etwas ganz anderes als die verschiedenen Arbeiten, die in einer Story auftauchen.

Ich habe allerdings einige wacklige Aussagen getroffen, wie z. B. dass Tasks normalerweise von einer Person erledigt werden. Und deshalb waren diese Aussagen so wacklig: Einige Tasks sind Meetings (z. B. ein Design Review mit drei Teammitgliedern) und dennoch bezeichne ich sie als Task und nicht als User Story.

Vielleicht ist die bessere Unterscheidung, wenn man sagt, dass Stories verschiedene Arten von Arbeit beinhalten (z. B. Programmieren, Testen, Database Design, User Interface Design etc.), während sich Tasks nur auf eine bestimmte Art von Arbeiten beschränken.

Dieser Text stammt aus dem Blog von Mike Cohn und wurde von uns ins Deutsche übersetzt.