Collaboration Games

Was sind Collaboration Games?

Collaboration Games (= kollaborative Spiele) meinen im Arbeitskontext Teamspiele für Erwachsene, bei denen die Teilnehmer miteinander anstatt gegeneinander arbeiten. Collaboration Games gehören zu Teambuilding Aktivitäten, denn: Durch das spielerische Hinarbeiten auf ein gemeinsames Ziel wächst die Gruppe schneller und stärker zusammen.

Ziele von Collaboration Games

Grundsätzlich geht es bei Collaboration Games wie bei allen teambildenden Maßnahmen darum,

  • die sozialen Beziehungen innerhalb eines Teams zu stärken und dadurch
  • die Zusammenarbeit zu verbessern,
  • mit- und voneinander zu lernen und so
  • die Qualität der gemeinsamen Arbeit zu verbessern und
  • die Produktivität der Gruppe zu erhöhen.

Und zwar auf eine spielerische Art und Weise. Auf diese fünf Ziele zahlen die folgenden Unterziele ein, die durch Collaborative Games in einer Gruppe gefördert werden:

  • kollaboratives Lernen: In der direkten Zusammenarbeit und dem gemeinsamen Lösen von Aufgaben und Übungen steuert jeder Teilnehmer Wissen und Strategien bei. Das erhöht die Bereitschaft, voneinander zu lernen, und beschleunigt den Lernprozess.
  • Teamwork fördern: Kollaboratives Arbeiten und Spielen funktioniert nur, wenn wirklich alle im Team etwas zur Lösung beitragen. Durch den gemeinsamen Spaß, den man im Spiel erlebt, wird Teamwork direkt mit etwas Positivem verknüpft.
  • Bindungen untereinander und an das Unternehmen stärken: Die Spieler lernen sich gegenseitig besonders gut kennen, so dass eventuelle Konflikte behoben und sogar Freundschaften entstehen können. Ein freundschaftliches und vertrauensvolles Miteinander unter den Mitarbeitern fördert wiederum die Bindung an das Unternehmen.
  • offen und klar kommunizieren: Teamspiele kann nur gewinnen, wer in ständiger Kommunikation miteinander ist und seine Ideen mit der Gruppe teilt - ein Punkt, der z. B. bei kollaborativen Abenteuern wie Live Escape Games absolut notwendig ist.
  • Leistung steigern: Indem die Teammitglieder an einem gemeinsamen Ziel arbeiten (das Spiel zu gewinnen), motivieren sie sich gegenseitig, so dass der Ehrgeiz innerhalb der Gruppe geweckt wird ("Wir können das besser als die anderen!" oder "Das schaffen wir schneller!").
  • Ergebnisse bzw. Produkte qualitativ verbessern: Durch die offene und direkte Kommunikation im Spiel und die Bereitschaft, Wissen, Erkenntnisse und Lösungsansätze zu teilen, werden die Ergebnisse automatisch besser. Und zwar besonders bei kollaborativen Spielen, bei denen die Teams in mehreren Runden zum selben Thema gegeneinander antreten.
  • persönliches Engagement steigern: Dank der Gruppendynamik wächst die Motivation, sich für die Ziele des Teams einzusetzen ("Gemeinsam für's Team!" oder "Zusammen schaffen wir das!").
  • Skills entdecken und Rollen finden: Da bei einem Teamspiel jedes Mitglied seine persönlichen Skills nutzt und mit denen der anderen kombiniert, wächst das Verständnis darüber, wer für welche Rolle am besten geeignet ist. So lernen die Mitspieler ganz natürlich, Verantwortung zu übernehmen.
  • gemeinsam an einer Vision arbeiten: Im Teamspiel haben alle dasselbe Ziel und lernen, sich auch gegenseitig an das Warum zu erinnern, wenn die Motivation einmal sinkt.
  • Verständnis füreinander entwickeln: Indem die Spieler gegenseitig ihre Stärken und Schwächen im Spiel kennenlernen, erhöht sich gleichzeitig die Bereitschaft, sich im Team zu helfen.
  • gesunde Fehlerkultur etablieren: Beim Spielen werden die Teilnehmer dazu ermutigt, eigene Meinungen zu äußern, neue Perspektiven einzunehmen, kreative Ideen und ungewöhnliche Lösungsansätze hervorbringen und im Trial & Error Modus auszuprobieren.

Worauf kommt es bei kollaborativen Spielen an?

Wenn du Collaborative Games für dein Team auswählst, solltest du die folgenden Fragen berücksichtigen. Ist das Spiel:

  • kollaborativ - also arbeiten die Mitglieder wirklich miteinander (Spielen als Team gegen ein anderes Team ist natürlich erlaubt)?
  • kreativ - also braucht man zur Lösung / zum Gewinnen des Spiels neue Ideen und Strategien?
  • challenging - also ist es herausfordernd genug, um den Ehrgeiz der Mitspieler zu wecken?
  • fokussiert auf ein klar definiertes Ziel?
  • so konzipiert, dass es Spaß macht und eine Abwechslung vom Arbeitsalltag bietet?
  • kommunikativ - also sind die Teilnehmer dazu aufgefordert, miteinander zu sprechen und Wissen, Ideen und Strategien zu teilen?
    Um die Learnings aus dem Spiel zu reflektieren und nach Möglichkeit in die tatsächliche Arbeit zu integrieren, kann sich eine abschließende kurze Review lohnen.

Welche kollaborativen Teamspiele gibt es?

Hier ein paar Beispiele für Teambuilding Übungen und Spiele:

  • Kreative Spiele wie der Spaghetti-Turm: In diesem Spiel treten mehrere Teams (mit mindestens zwei Mitgliedern) gegeneinander an. Das Ziel: Aus rohen (also ungekochten) Spaghetti-Nudeln einen möglichst hohen Turm bauen, der die Türme der anderen Teams am Ende überragt. Die Mitspieler erhalten dazu weitere Materialen wie Schere, Kleber, Tesafilm etc. sowie z. B. 15 Minuten Zeit.
  • Kooperative Abenteuer wie der Ausbruch aus einem Escape Room: Solche Spiele sind besonders wertvoll für die Teamentwicklung, da es darauf ankommt, Hand in Hand zu arbeiten und klar und schnell zu kommunizieren. Schließlich geht es darum, gemeinsam Rätsel zu lösen und Schlüssel zu finden, um aus einem Raum zu entkommen.
  • Gruppendynamische Spiele wie Frostbite: Bei diesem Spiel bilden die Spielenden Teams mit je 4 bis 5 Mitgliedern und werden mit folgendem Szenario konfrontiert: In einem Team aus 4 bis 5 Mitgliedern müssen sie aus verschiedenen Utensilien ein Zelt bauen, das sie vor Frost schützt. Die anführende Person leidet jedoch unter Erfrierungen in den Händen und kann entsprechend nicht mit anpacken, während der Rest des Teams schneeblind ist und nichts sieht. Das Team, das sein Zelt am schnellsten aufbaut, gewinnt. Bei solchen Spielen lassen sich Leadership, Vertrauen und Zusammenarbeit besonders gut trainieren.

Funktionieren Teambuilding Spiele auch für Remote Teams?

Gerade für Teams, die normalerweise nicht am selben Ort miteinander arbeiten, sind Team Building Games vor Ort besonders wertvoll. Denn es macht natürlich einen Unterschied, ob man immer nur per E-Mail, Chat, Web-Konferenz oder Telefon miteinander kommuniziert oder sich täglich von Angesicht zu Angesicht sieht oder sogar im selben Raum zusammen arbeitet. Wenn du also die Wahl hast und die Möglichkeiten es zulassen, organisiere für dein Remote Team ein Treffen für ein Collaborative Game vor Ort.

Sollte das nicht möglich sein, kannst du auch auf Online-Versionen von Team Building Games zurückgreifen, z. B.:

  • virtuelle Escape Games, die die Mitspieler gemeinsam online lösen können
  • digitaler Stadtrundgang: Hierbei werden die Mitarbeiter gebeten, für die anderen Teammitglieder Fotos oder ein Video interessanter Orte der eigenen Stadt hochzuladen und etwas darüber zu erzählen. So lernen sich die Teilnehmer persönlicher kennen und entwickeln ein Bild von Hintergrund und Kultur der anderen.
  • Virtuelle Schnitzeljagd: Erstelle eine Liste von Dingen, die jeder Mitspieler in seinem Büro bzw. im Unternehmensgebäude zusammensuchen soll. Pro Runde soll einer der Gegenstände gefunden werden. Wer es zuerst mit dem Gegenstand zurück zur Webcam schafft, gewinnt die Runde.

Vorteile von kollaborativen Spielen für dein Team

Teambuilding Spiele mit kollaborativem Charakter lohnen sich für jede Gruppe, die miteinander arbeitet oder künftig zusammenarbeiten soll, denn:

  • Das Team wächst dadurch enger zusammen,
  • findet gemeinsam kreative Lösungen,
  • lernt mit- und voneinander,
  • stärkt das Vertrauen innerhalb der Gruppe,
  • verbessert die Kommunikation miteinander
  • und ist motivierter, gemeinsam im Team bessere Ergebnisse und eine höhere Leistung zu erzielen.

Autor

Helen Schrader

Scrum Academy GmbH

Helen ist zertifizierter CSPO und CAL. Bei der Scrum Academy ist sie für das Performance Marketing sowie als Product Owner für die Agile Insights zuständig.

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