Wie Vereinbarungen haften bleiben
- Einleitung
- Was macht ein Working Agreement wirksam
- Das Working Agreement Canvas
- Wie man Working Agreements moderiert
- Wie Vereinbarungen haften bleiben
- Wem gehören Working Agreements
- Spezifische Situationen meistern
- Troubleshooting für eure Vereinbarungen
- Zusammenfassung & Ressourcen
- Der One-Pager für Moderatoren
Du hast Zeit investiert, um Vereinbarungen zu erstellen. Die Erstellung ist nur der Anfang. Vereinbarungen, die haften bleiben, erfordern vier fortlaufende Praktiken.
1. Regelmäßige Inspektion und Anpassung
Working Agreements sind Hypothesen darüber, was Reibung reduzieren wird. Bevor ihr den Raum verlasst, wählt ein Datum in 30 Tagen und verschickt die Kalendereinladung sofort.
Beim 30-Tage-Review führt eine einfache Retrospektive durch:
- Behalten: Welche Vereinbarungen haben wir befolgt und als wertvoll empfunden?
- Anpassen: Welche Vereinbarungen konnten wir nur schwer befolgen – können wir sie realistischer gestalten?
- Streichen: Welche Vereinbarungen haben wir komplett ignoriert? Entfernt sie.
- Hinzufügen: Welche neue Reibung ist aufgetaucht?
2. Das Durchsetzungsprotokoll
Das ist das Gespräch, das die meisten Moderatoren überspringen. Fragt das Team direkt: "Was passiert, wenn jemand eine Vereinbarung verletzt?"
Beispiel-Protokoll:
"Jeder kann auf einen Verstoß hinweisen, indem er ‚Working-Agreement-Check' sagt und die spezifische Vereinbarung benennt. Die Person erklärt ihre Begründung. Wenn sie die Vereinbarung aufgrund aktueller Einschränkungen nicht befolgen kann, passen wir sie bei unserem nächsten Review an."
Das gibt den Leuten eine neutrale Phrase ("Working-Agreement-Check"), die sich auf das System bezieht, nicht auf die Person.
Tipp für Moderatoren: Testet den Mechanismus, bevor ihr den Raum verlasst. Fragt das Team: "Stellt euch vor, es ist zwei Wochen später, ich habe gerade diese Vereinbarung verletzt, und ihr habt nichts gesagt. Warum nicht?" Diese Frage deckt die versteckten Ängste auf (z.B. "Ich wollte nicht unterbrechen"), die euren Mechanismus töten werden, wenn sie nicht adressiert werden.
3. Der Neue-Mitarbeiter-Handschlag
Vereinbarungen sterben oft, wenn eine neue Person dazukommt, sie verletzt (weil sie sie nicht kennt), und niemand sie korrigiert.
Die Lösung: Wenn ein neues Mitglied dazukommt, geht die Vereinbarungen mit ihm durch, bevor sein erster Sprint beginnt.
Das Skript: Fragt sie: "Erscheinen dir irgendwelche davon unmöglich, basierend auf deiner vorherigen Arbeitsumgebung?" Das ratifiziert die Vereinbarungen explizit für die neue Person und warnt sie vor der Kultur.
4. Radikale Sichtbarkeit
Wenn die Vereinbarungen in einem Drive-Ordner versteckt sind, existieren sie nicht. Gedächtnis ist ein schlechter Mechanismus; visuelle Hinweise sind besser.
- Digital: Pinne sie in deinem Haupt-Slack/Teams-Channel mit einem Titel wie "Wie wir arbeiten".
- Physisch: Drucke sie groß an die Wand.
Der Mechanismus: Bei einem Verstoß willst du auf die Wand zeigen können, nicht auf die Person. Auf ein Dokument zu zeigen ist neutral; auf eine Person zu zeigen ist anklagend.