Wie Vereinbarungen haften bleiben

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Jan Neudecker
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Sohrab Salimi
19.01.26
2 Min. Lesezeit

Du hast Zeit investiert, um Vereinbarungen zu erstellen. Die Erstellung ist nur der Anfang. Vereinbarungen, die haften bleiben, erfordern vier fortlaufende Praktiken.

1. Regelmäßige Inspektion und Anpassung

Working Agreements sind Hypothesen darüber, was Reibung reduzieren wird. Bevor ihr den Raum verlasst, wählt ein Datum in 30 Tagen und verschickt die Kalendereinladung sofort.

Beim 30-Tage-Review führt eine einfache Retrospektive durch:

  • Behalten: Welche Vereinbarungen haben wir befolgt und als wertvoll empfunden?
  • Anpassen: Welche Vereinbarungen konnten wir nur schwer befolgen – können wir sie realistischer gestalten?
  • Streichen: Welche Vereinbarungen haben wir komplett ignoriert? Entfernt sie.
  • Hinzufügen: Welche neue Reibung ist aufgetaucht?

2. Das Durchsetzungsprotokoll

Das ist das Gespräch, das die meisten Moderatoren überspringen. Fragt das Team direkt: "Was passiert, wenn jemand eine Vereinbarung verletzt?"

Beispiel-Protokoll:

"Jeder kann auf einen Verstoß hinweisen, indem er ‚Working-Agreement-Check' sagt und die spezifische Vereinbarung benennt. Die Person erklärt ihre Begründung. Wenn sie die Vereinbarung aufgrund aktueller Einschränkungen nicht befolgen kann, passen wir sie bei unserem nächsten Review an."

Das gibt den Leuten eine neutrale Phrase ("Working-Agreement-Check"), die sich auf das System bezieht, nicht auf die Person.

Tipp für Moderatoren: Testet den Mechanismus, bevor ihr den Raum verlasst. Fragt das Team: "Stellt euch vor, es ist zwei Wochen später, ich habe gerade diese Vereinbarung verletzt, und ihr habt nichts gesagt. Warum nicht?" Diese Frage deckt die versteckten Ängste auf (z.B. "Ich wollte nicht unterbrechen"), die euren Mechanismus töten werden, wenn sie nicht adressiert werden.

3. Der Neue-Mitarbeiter-Handschlag

Vereinbarungen sterben oft, wenn eine neue Person dazukommt, sie verletzt (weil sie sie nicht kennt), und niemand sie korrigiert.

Die Lösung: Wenn ein neues Mitglied dazukommt, geht die Vereinbarungen mit ihm durch, bevor sein erster Sprint beginnt.

Das Skript: Fragt sie: "Erscheinen dir irgendwelche davon unmöglich, basierend auf deiner vorherigen Arbeitsumgebung?" Das ratifiziert die Vereinbarungen explizit für die neue Person und warnt sie vor der Kultur.

4. Radikale Sichtbarkeit

Wenn die Vereinbarungen in einem Drive-Ordner versteckt sind, existieren sie nicht. Gedächtnis ist ein schlechter Mechanismus; visuelle Hinweise sind besser.

  • Digital: Pinne sie in deinem Haupt-Slack/Teams-Channel mit einem Titel wie "Wie wir arbeiten".
  • Physisch: Drucke sie groß an die Wand.

Der Mechanismus: Bei einem Verstoß willst du auf die Wand zeigen können, nicht auf die Person. Auf ein Dokument zu zeigen ist neutral; auf eine Person zu zeigen ist anklagend.

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Jan Neudecker

Scrum Academy GmbH

Jan Neudecker kombiniert tiefes technologisches Verständnis mit agilen Praktiken und engagiert sich leidenschaftlich für die Vermittlung von Scrum und Agilität. Als erfahrener Agile Coach und Trainer ist er bestrebt, qualitativ hochwertige Trainings anzubieten, um die agile Transformation in Unternehmen zu unterstützen.

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Experte für agiles Leadership und Transformation

Sohrab Salimi ist Gründer und CEO der Agile Academy. Seit über 20 Jahren unterstützt er Führungskräfte und Organisationen weltweit – von Start-ups bis Fortune-500-Unternehmen – dabei, agiles Arbeiten in echten Unternehmenserfolg zu verwandeln. Mit seinem tiefen Wissen über agile Methoden, seiner Erfahrung als Vorstand und der Haltung eines Coaches begleitet er Teams durch Veränderung.

Als Gastgeber der Agile Insights Conversations und Übersetzer einflussreicher agiler Bücher inspiriert Sohrab neue Denkweisen und fördert kontinuierliches Lernen

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