Was macht ein Working Agreement wirksam

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Jan Neudecker
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Sohrab Salimi
19.01.26
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Bevor wir in den Prozess eintauchen, solltest du verstehen, was wirksame Vereinbarungen von oberflächlichen unterscheidet.

Spezifisch und beobachtbar

Vage Vereinbarungen scheitern, weil sie für verschiedene Menschen unterschiedliche Bedeutungen haben. "Respektvoll sein" klingt nett, aber was genau erfordert es? Bedeutet es, nicht zu unterbrechen? Bedeutet es, Nachrichten innerhalb einer bestimmten Zeit zu beantworten? Bedeutet es, Bedenken privat statt öffentlich zu äußern?

Wirksame Vereinbarungen beschreiben beobachtbares Verhalten. Du kannst erkennen, ob jemand die Vereinbarung befolgt hat, indem du seine Arbeit beobachtest.

  • Vage: "Effektiv kommunizieren"
  • Spezifisch: "Entscheidungen innerhalb von 24 Stunden im Team-Channel posten"
  • Vage: "Vorbereitet erscheinen"
  • Spezifisch: "Vorab-Materialien vor Meetings lesen oder die Einladung ablehnen"
  • Vage: "Erreichbar sein"
  • Spezifisch: "Auf Slack-Nachrichten mit ‚dringend' innerhalb von 2 Stunden während deiner Arbeitszeit antworten"

Der Test: Kann jemand diese Vereinbarung verletzen, ohne es zu merken? Wenn ja, ist sie nicht spezifisch genug.

Adressiert echte Reibungspunkte

Wunschdenken-Vereinbarungen ("wir werden ein Hochleistungsteam sein") ändern kein Verhalten, weil sie keine tatsächlichen Probleme ansprechen. Wirksame Vereinbarungen entstehen aus ehrlichen Gesprächen darüber, was das Team gerade wirklich ausbremst.

Das bedeutet, dass der Moderationsprozess echte Frustrationen aufdecken muss, nicht imaginäre Idealzustände. Die Frage ist nicht "welche Werte wollen wir verkörpern?" Sie lautet "welche konkrete Verhaltensänderung würde unsere Arbeit reibungsloser machen?"

Durchsetzbar ohne Heldentum

Zuverlässigkeit sollte keinen Mut erfordern. Wenn das Durchsetzen einer Vereinbarung sich wie ein mutiger Akt anfühlt oder ein "schwieriges Gespräch" erfordert, ist die Vereinbarung kaputt. Niemand möchte Angst haben, wenn er zu seinem Manager sagt "hey, du hast unsere Vereinbarung zur Pünktlichkeit verletzt". Es sollte sich normal anfühlen... was ein Zeichen für ein hohes Maß an psychologischer Sicherheit wäre.

Wirksame Vereinbarungen beinhalten explizite Durchsetzungsprotokolle, die Verstöße ansprechbar statt peinlich machen. Das Team entscheidet im Voraus: Wenn jemand eine Vereinbarung verletzt, was passiert dann? Wer sagt etwas? Wie sagt er es?

Hier geht es nicht um Bestrafung. Es geht darum, die Erlaubnis zu schaffen, Verstöße zu bemerken und eine gemeinsame Sprache zu haben, um sie anzusprechen, ohne es persönlich zu machen.

Sichtbar und zugänglich

Wenn die Vereinbarungen in einem Drive-Ordner versteckt sind, existieren sie nicht. Gedächtnis ist ein schlechter Mechanismus; visuelle Hinweise sind besser.

  • Digital: Pinne sie in deinem Haupt-Slack/Teams-Channel mit einem Titel wie "Wie wir arbeiten".
  • Physisch: Drucke sie groß an die Wand.

Der Mechanismus: Bei einem Verstoß willst du auf die Wand zeigen können, nicht auf die Person. Auf ein Dokument zu zeigen ist neutral; auf eine Person zu zeigen ist anklagend.

Bezogen auf die Arbeit, nicht auf die Persönlichkeit

"Sei kein Idiot" ist kein Working Agreement. Es ist ein Charakterurteil. Wirksame Vereinbarungen konzentrieren sich auf Arbeitsverhalten und Prozesse, nicht auf Persönlichkeitsmerkmale oder zwischenmenschliche Dynamiken.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Verhaltensvereinbarungen von jedem befolgt werden können, unabhängig von der Persönlichkeit.

  • Persönlichkeitsbasiert: "Sei enthusiastisch in Meetings"
  • Verhaltensbasiert: "Teile deine Perspektive, wenn du mit einem Vorschlag nicht einverstanden bist"
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Jan Neudecker

Scrum Academy GmbH

Jan Neudecker kombiniert tiefes technologisches Verständnis mit agilen Praktiken und engagiert sich leidenschaftlich für die Vermittlung von Scrum und Agilität. Als erfahrener Agile Coach und Trainer ist er bestrebt, qualitativ hochwertige Trainings anzubieten, um die agile Transformation in Unternehmen zu unterstützen.

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Sohrab Salimi

Scrum Academy GmbH

Experte für agiles Leadership und Transformation

Sohrab Salimi ist Gründer und CEO der Agile Academy. Seit über 20 Jahren unterstützt er Führungskräfte und Organisationen weltweit – von Start-ups bis Fortune-500-Unternehmen – dabei, agiles Arbeiten in echten Unternehmenserfolg zu verwandeln. Mit seinem tiefen Wissen über agile Methoden, seiner Erfahrung als Vorstand und der Haltung eines Coaches begleitet er Teams durch Veränderung.

Als Gastgeber der Agile Insights Conversations und Übersetzer einflussreicher agiler Bücher inspiriert Sohrab neue Denkweisen und fördert kontinuierliches Lernen

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